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Eine Aufsatzsammlung     
zusammengestellt von Hajo B. Belton, www.gesang.net    


Überblick über das Speech Level Singing 1
von Seth Riggs


Der Schlüssel für Speech Level Singing ist Verstehen von 'MIX':

Wer im höheren/oberen Bereich seines Stimmumfanges singt, kommt schnell in Bereiche, in denen die Muskeltätigkeit und/oder die Resonanzaktivität es schwierig machen, weiche Übergänge zwischen den Stimmbandeinstellungen zu erreichen. Die meisten Sänger kennen diese Bereiche nur zu gut. Es gibt Stellen, an denen die Stimme sich verkrampft, ihre Qualität verändert oder sogar bricht - all dies kann so manchen davon abhalten, jemals das volle Potential seiner Stimme zu entdecken.

Wir jedoch nennen diese Bereiche Übergangsbereiche. Denn wenn man sich diesen Bereichen mit dem richtigen Ansatz nähert, werden sie zu Übergängen zwischen dem Punkt, an dem man sich in seinem Stimmumfang befindet, und dem Punkt, den man erreichen möchte.

Der erste Übergang ist der schwierigste. Er ist dort, wo die äußeren Muskeln wahrscheinlich mit dem Einstellungsprozess beginnen (wenn sie es nicht schon haben). Dabei ziehen und spannen sie sich an der Außenseite des Kehlkopfes und versuchen, die Stimmbänder so zu dehnen, dass die nötige Spannung für die gewünschte Tonhöhe oder Dynamik erreicht wird. Dieses Dehnen der Stimmbänder führt allerdings dazu, dass der gesamte Singmechanismus - Sound und Gesungener Text - blockiert wird. Glücklicherweise gibt es eine bessere und einfachere Möglichkeit, die Stimmbänder zu dehnen, um die nötige Spannung zu erzielen, ohne dabei den Ton- oder Wortbildungsprozess zu unterbrechen.

Die Lösung ist, weniger zu tun, um mehr zu erreichen. Genauer gesagt, je höher man singt, desto weniger Luft sollte man brauchen. Wenn man die Luftmenge, die man den Stimm-bändern zuführt, reduziert, gibt man den Muskeln im Kehlkopf die Möglichkeit, selbst die Stimmbänder zu dehnen. Die äußeren Muskeln mischen sich wahrscheinlich nicht ein, weil es nicht so viel Luft zum Halten gibt. Sie werden sich immer dann in den Schwingungsprozess einmischen, wenn man mehr Luft einatmet als die Menge, mit der die Stimmbänder und die anderen Muskeln im Kehlkopf umgehen können. Um laut zu singen, benötigt man nicht viel Luft. Das Atmen beim Singen ist eine sehr entspannte Angelegenheit. Wenn wir sagen, dass man es regulieren kann, so meinen wir nur, dass man sich darauf einlassen darf, so dass das Einatmen und das Ausatmen auf eine Art und Weise erfolgen, die den eigenen Bedürfnissen beim Singen am besten entspricht. Man braucht sich also nicht zu bemühen, richtig zu atmen, es sei denn, man hat eine schlechte Körperhaltung oder neigt zu einer flachen Atmung und hebt dabei Brust und Schultern. Man braucht auch keine besonderen Übungen zu machen, um die Atemmuskeln zu kräftigen. Das Zwerchfell, die Rippen- und die Bauchmuskeln sind für die Bedürfnisse eines Sängers bereits kräftig genug.